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Glücksspielsucht als Krankheit

Glücksspiele bieten eine aufregende Form der Unterhaltung. Viele Menschen können Glücksspiele problemlos in ihren Alltag integrieren.
Aber einige Menschen zeigen ein riskantes Konsum- und Spielverhalten. Diese können ein pathologisches (krankhaftes) Spielverhalten entwickeln.
Aber ist dies überhaupt eine Sucht bzw. eine Krankheit?

  • Ja! Denn das pathologische Glücksspielen ist zwar eine stoffungebundene Sucht, besitzt aber die suchttypischen Merkmale wie:
    • exzessiver Gebrauch
    • Sucht als zentraler Lebensinhalt
    • Kontrollverlust
    • Toleranzentwicklung
    • Vernachlässigung der Familie und der sozialen Kontakte
    • das "Nichtaufhörenkönnen"
    • Entzugserscheinungen 
    • Beschaffungskriminalität

      Hinzu kommen die für die Glücksspielsucht ebenfalls typischen Merkmale, wie die hohen finanziellen Verluste beim Spielen und die damit einhergehende hohe Verschuldung.

  • Ja! Denn Anfang 2001 wurde das pathologische Glücksspielen von den Krankenkassen und den Rentenversicherungsträgern als rehabilitationsbedürftige Krankheit anerkannt.
    Damit ist das pathologische Glücksspiel der Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit gleichgestellt.2


In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 811.000 beratungs- und behandlungsbedürftige Spieler_innen.1

1 Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung 2014: Drogen- und Suchtbericht, S.49ff.
2 Deutsche Rentenversicherung 2001: Vereinbarungen im Suchtbereich, S.19ff.